Grundsätze

Gleichwürdigkeit:

…bedeutet, auf Augenhöhe miteinander zu sein

Zieht Gleichwürdigkeit in eine Familie ein, verringert das fast immer die Anzahl der Konflikte, den Eltern wird ein Gefühl des Gelingens beschert und den Kindern das Gefühl, gut aufgehoben zu sein. (Das Gegenteil geschieht, wenn Kinder die Macht übernehmen.)

Jesper Juul

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… als fundamentales Bedürfnis eines jeden Menschen (in jedem Alter), ernst genommen zu werden. Gleichwürdigkeit bedeutet nicht Gleichberechtigung. Die Führung übernehmen müssen in einer Familie (Klasse, Kita-Gruppe, …) ganz klar die  Erwachsenen.

… bedeutet, dass wir alle die gleiche Würde haben.

Integrität:

… bedeutet, seine Grenzen zu kennen und sich für die der anderen zu interessieren

Kinder, die angeblich ihre Grenzen „austesten“, suchen gewissermaßen nach der wahren Persönlichkeit der Eltern. … Kinder suchen ihre Grenzen (was den Umgang mit ihnen nicht einfacher macht) wenn die Eltern Schwierigkeiten haben, sich selbst und ihre persönlichen Grenzen zu finden. Wenn sie ihre Elternrolle nur „spielen“ und einem vorgefassten Bild entsprechen wollen, wie Eltern vermeintlich zu sein haben.

Jesper Juul

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Es ist viel wirksamer wenn die Erwachsenen ihre eigenen Grenzen zeigen und formulieren statt Grenzen für die Kindern zu finden.

Authentizität:

… bedeutet, bei sich zu sein

Die wirkungsvollste Alternative zu Lob und Tadel in der Familie ist die echte, persönliche Rückmeldung, “ Das gefällt mir, das gefällt mir nicht“, „Das mag ich, das mag ich nicht“. Es reicht völlig aus wenn wir so sind, wie wir sind.

                                                                                                                Jesper Juul

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Kinder lieben es, mit „echten“ Menschen zu tun zu haben statt mit Erwachsenen, die im Umgang mit ihnen ihre Stimmlage verändern und eine Art „Rolle“ spielen. Zum Beispiel: „Die Mama möchte nicht, dass Du jetzt Schokolade isst!“ Schon ganz Kleine mögen ein persönliches: „ICH will nicht, dass Du jetzt Schokolade isst.“ Das ist authentisch und hinterlässt Eindruck. Und natürlich darf ein Kind dann auch mal enttäuscht sein oder frustriert. Auch das ist nur authentisch…

Verantwortung:

Meiner Erfahrung nach entwickeln Kinder, die von ihren Eltern in ihrer Eigenverantwortung gefördert werden, fast von allein soziale Verantwortung und Eigenschaften wie Hilfsbereitschaft, Empathie, Rücksichtnahme und Respekt. Dies funktioniert dann, wenn sie soziale Verantwortung im täglichen Umgang mit ihrer Familie erlernen, weil die Eltern diese vorleben.

Jesper Juul

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Die Verantwortung für die Qualität der Beziehungen innerhalb einer Familie (einer Klasse, einer Kita-Gruppe, etc.) liegt bei den Erwachsenen.

Kinder mögen es Verantwortung zu übernehmen, vor allem für sich selbst. Sie können sie, je nach Alter, für die unterschiedlichsten Dinge übernehmen.

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